Mittwoch, 6. Dezember 2017

34-2017: Gefahren im trauten Heim?

„Wichtiger als Möbelrücken seien alte Rituale und die nötige Sensibilität im Umgang mit den Betroffenen und ihrer Krankheit.“ (Apothekenumschau 15. Juli 2017 B)

Vor einiger Zeit berichteten wir über eine alternative Möglichkeit der Essenzubereitung, gerade für Menschen mit Schluckbeschwerden oder dementieller Erkrankung.



Diese Woche stellen wir das Thema „Möbelrücken“ in den Mittelpunkt. Im sehr jungen und im fortgeschrittenen Alter kann das eigene traute Heim schnell zur Gefahr werden. Während Kleinkinder alles erst einmal erlernen müssen, lauern im Alter, egal ob mit oder ohne Demenz, diverse Fallen im Haus. Teppich, Balkontür, Putzmittel...

Das größere Problem dabei ist allerdings das Verständnis für die „neuen“ Lebensumstände. Die eigenen Räumlichkeiten lassen sich, sofern man die Problemstellen kennt, absichern. Aber gerade im Alter möchte man die gewohnte Umgebung nicht mehr als nötig verändern. Bei Demenz verschärft sich die Situation dramatisch, denn die umgeräumte Wohnfläche ist gleichzeitig eine ungewohnte Umgebung und kann Ängste hervorrufen.

Freunde und Angehörige meinen es gut, wenn das Zuhause „sicher“ gemacht werden soll, nur eben werden diese gutgemeinten Handgriffe als von Demenzerkrankten als falsch empfunden, gerade weil die bisherige Ordnung erheblich durcheinandergebracht wird. Tragisch ist, dass ausgerechnet die angebotene Hilfe als Gegenteilig missgedeutet wird.

Stolperfallen wie Teppiche sollten deshalb nur schrittweise entfernt werden. So besteht die Möglichkeit sich an die Veränderung sanft zu gewöhnen.


Quelle:

Apothekenumschau 15. Juli 2017 B




Mittwoch, 29. November 2017

33-2017: Pflege als Belastung - Teil II

Gute Pflege wird nicht einfach durch viel Geld gewährleistet. Doch genau das scheint das Hauptproblem zu sein. Vor allem im Wahlkampfjahr. Blicken wir aber einmal über den Tellerrand um die Probleme Schritt für Schritt angehen zu können.

Personalnot(stand)

Der Personalnotstand ist differenziert. Es beginnt bereits bei der Ausbildung. Jahrzehntelang unterschied man zwischen der Kinder-, Kranken- und Altenpflege, die jeweils nicht ohne weiteres im anderen Beruf arbeiten konnten. Jetzt haben wir die generalisierte Ausbildung, welche leider nur halbherzig umgesetzt wurde und aus allen dreien einen Wust macht. Stimmen wurden bereits laut, wonach alle drei Berufe getrennt voneinander weiterhin bleiben sollen. Dies ist definitiv der falsche Weg. Die Grundausbildung muss generalisiert und vergleichbar sein. Natürlich hat jede Altersgruppe ihre spezielle Anforderungen, aber auch dafür gibt es die Möglichkeit der Spezialisierung.

Die Spezialisierung funktioniert immerhin in anderen Berufsgruppen und dies seit vielen Jahren. Betrachten wir einmal den kaufmännischen Sektor als Beispiel. Als Grundausbildung haben wir:

·      Kaufleute für Bürokommunikation
·      Industriekaufleute
·      Bankkaufleute
·      Rechtsanwaltsfachangestellte
·      Steuerfachangestellte

Alle diese Berufsgruppen stellen an ihre Ausbildung unterschiedliche Anforderungen. Einige Bereiche wie Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Rechnungswesen sind allen eigen. Dennoch bieten sich hier viele Möglichkeiten. Spezialisierungen wären u.a.:

·      Steuerfachwirt bis zum Steuerberater
·      Bilanzbuchhalter
·      Controller

Es ist also möglich selbst ohne Studium z.B. bis zum Steuerberater aufzusteigen. Eben über Weiterbildung und Spezialisierung.

Deshalb sollte vielleicht die Ausbildung im Pflegebereich umgestellt werden. Ob die beschlossene Reform genügt, bleibt zu bezweifeln. Eine generalisierte Ausbildung MUSS dazu dienen, dass die Pflegefachkräfte in allen drei bisherigen Berufen arbeiten dürfen. Weiterbildung und Spezialisierung könnten anschließend im Unternehmen erfolgen.

Quellen:


http://www.apotheken-umschau.de/Politik/Wahl-2017-Zukunft-der-Pflege-539817.html


Mittwoch, 22. November 2017

32-2017: Pflege als Belastung - Teil I

Wenn die Pflege zu einem „Problem“ wird... So oder so ähnlich klingend, existieren bereits nicht wenige Artikel zu einem Streitthema, vor allem im Jahr des Wahlkampfes. Oft heißt es, dass immer der Mensch im Mittelpunkt stehen soll und selten wissen Politiker, an welchen Stellen es wirklich brennt. Wir betrachten hierbei verschiedene Interessen, die alle beachtet und unter einen Hut gebracht werden müssen.


Als Pflegekraft ist man auf Tour, flitzt von einem Mandanten zum nächsten. Mal mehr, mal weniger schnell. Man wird teilweise an die physische und psychische Grenze der Belastung gebracht. Außerdem sind viele Pflegekräfte fast täglich bei einem Klienten vor Ort zu Hause und können sich ein detailliertes Bild von einer Person machen. Die Beobachtungen können zum Beispiel Ärzten und anderen im Gesundheitswesen hilfreiche Informationen liefern, damit eine zielgerichtete Behandlung erfolgen kann. Die Kommunikation ist jedoch häufig nicht von Praxen erwünscht.

Die Krankenkassen erhalten Unmengen an Sozialabgaben. Großzügigkeit jener ist aber leider keine der Eigenschaften. Sie lieber Leser, werden aber spätestens bei einem Antrag auf Hilfsmittel sehen, wie viel Sie Ihrer Krankenkasse wirklich wert sind. Und das bei kleinen und Kleinstbeträgen.

Als Arbeitgeber ist eine gute Planung für qualifiziertes und ausreichend Personal unerlässlich. Um dies auch nachhaltig umzusetzen, wäre es schon hilfreich, wenn die Krankenkassen sich nicht erst Jahre danach entscheiden, doch einmal eine Kleine Erhöhung der Leistungen zuzulassen. Nicht selten muss vor Gericht eingeklagt werden, was per Gesetz feststeht. Arbeitszeit kostet und ohne verlässliche Vertragspartner, welche die Krankenkassen sein sollten, kann nicht Leistungsgerecht vergütet werden.

Als Mandant möchte man die vielen gezahlten Beiträge, die man teilweise sein ganzes Leben gezahlt hat, auch richtig abrufen. Dann kommt eins zum anderen. Hilfsmittel werden abgelehnt, der Pflegegrad nicht anerkannt und der Pflegedienst möchte auf einmal Bares. Dabei braucht man doch nur etwas Unterstützung im Alltag und das ein oder andere offene Ohr.

Als Angehöriger sollen die Eltern unterstützt werden, während gleichzeitig die eigene Familie Aufmerksamkeit braucht. Geld muss verdient und Zeit freigeschaufelt werden, um gleichermaßen ein paar Stunden mit Kindern und Eltern verbringen zu können.

Die Forderung nach mehr Entlohnung und Individualisierung ist kein Problemlöser für den Beruf in der Pflege. Viel Geld auszuschütten bekämpft nicht die Symptome, sondern stopft nur vorübergehend die Löcher. Die Probleme mit denen der Pflegesektor zu kämpfen hat, sind viel tiefgreifender. Kernthemen sind Vernetzung und Digitalisierung. Wir wollen in einer kleinen Themenserie zeigen, wie Lösungen aussehen könnten. Es sind erste Ideen, die selbst in ihrer Umsetzung einem ständigen Wandel unterworfen sind und sich an die Gesellschaft anpassen müssen.

Ein kleines Beispiel: Die Anzahl der zu versorgenden Patienten nimmt zu, gleichzeitig wird es weniger Pflegekräfte geben. Gerade in der ambulanten Pflege vergeuden Pflegekräfte oft viel Zeit mit einer Parkplatzsuche. Die Zeit wird bald nicht mehr vorhanden sein. Gerade ich großen Städten könnten bald separate Parkplätze ein Muss werden oder andere Maßnahmen.


Mittwoch, 1. November 2017

31-2017: Gemeinschaft hilft gegen Depressionen

Was ist nur los in Deutschland? Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse wirkt erschreckend. Die Deutschen Ärzte haben im Jahr 2016 so viele Antidepressiva wie im Jahr 2007 verschrieben. Dies sind in etwa 14.100.000 Tagesdosen! Arbeitsstress, Vereinsamung, Sorgen um die Zukunft, die Gründe hierfür können vielfältig sein.

Dabei zeigt eine neue Studie aus den USA eine andere Möglichkeit auf, denn einsame Menschen sterben laut der Untersuchung von Prof. Julianne Holt-Lunstad früher. Dazu stellte sie zwei Zusammenfassungen von Studien mit insgesamt 3,7 Millionen auf. Auch wenn es nicht immer einfach ist am gesellschaftlichen Miteinander teilzunehmen, gibt es in Deutschland jedoch vielfältige Möglichkeiten. Treten Sie einem Verein bei oder treffen Sie sich zum Stammtisch. Zu Beginn erfordert es vielleicht etwas Mut, aber es wird Ihnen guttun, sich mit anderen Menschen zu treffen. Ein neuer gemeinschaftlicher Anker entsteht in Merseburg und wird ein Ort der Generationen.

Wir als Pflegedienst unterstützen diese Entwicklung selbstverständlich, denn eine gute Pflege ist Balsam für die Seele. Um so erfreulicher ist es, dass das Wohnquartier „Teichperle“ in Merseburg begonnen wurde. Der Abriss der Gewerberuinen läuft auf Hochtouren, so dass etwas Neues für die Gesellschaft entstehen kann. Wohnen in Gemeinschaft, über Generationen hinweg.  


Quellen:


Apotheken Umschau 1. Oktober 2017A

Mittwoch, 25. Oktober 2017

30-2017: Beginn Projekt "Teichperle"

Die Abrissgenehmigung für das Areal der Klobikauer Straße ist erteilt. Somit ist der erste Schritt für das neue Quartier "Teichperle" getan. Hierzu die ersten Bilder und eine Broschüre zum stöbern: