Freitag, 21. Juli 2017

15-2017: Essen wird vergessen

Essen soll nicht nur satt machen, sondern auch Freude bereiten. Kochen hat sich von einer leidigen Pflichtaufgabe für viele Menschen zu einem Vergnügen entwickelt. Neben traditioneller Kost finden immer mehr exotische Zutaten Einzug in die deutsche Küche.

Im Laufe des Lebens können sich Geschmäcker und Vorlieben jedoch ändern. Vor allem lassen mit zunehmenden Alter oftmals Geschmacksnerven nach, so dass bisher gekannte Genüsse nicht mehr so recht schmecken wollen. Hinzu kommt ein Wechsel des Nährstoffbedarfs. Und da alle „guten“ Dinge drei sind, dürfen wir die Einkaufssituation in ländlichen Gegenden nicht vergessen. Gerade kleine Dörfer haben oftmals nur einen Bäcker und einen Fleischer vor Ort, falls solche Geschäfte überhaupt noch existieren.

Der öffentliche Nahverkehr fährt auf dem Land weder regelmäßig, noch ist dieser auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt. So ist es an den Nachbarn oder der Familie für die Versorgung zu sorgen. Steht diese Option nicht offen, wird es schwierig. Wenn Einkaufen und Zubereiten von Nahrung schwerfallen, kann auf Essenlieferdienste zurückgegriffen werden. Egal ob Fleischereien, Bäckereien oder Partyservice, viele Geschäftsleute in diesen Branchen halten eine Küche vor, um neben Catering auch die tägliche Speiseversorgung sicherzustellen. Es ist gerade für Senioren eine beliebte Alternative zum täglichen Kochen.  

Entschieden schwieriger verhält sich die regelmäßige Nahrungsaufnahme bei Menschen mit Demenz. Die Nahrungsaufnahme wird vergessen, die Speisen enthalten nicht mehr die benötigten Nährstoffe, alles schmeckt irgendwie fad, Kauen und Schlucken fällt zunehmend schwer... Die veränderten Lebensbedingungen sind zahlreich.

Alternativen sind gesucht und einige Anbieter haben sich auf die speziellen Bedürfnisse bereits eingerichtet. Die Nahrungsmittel werden püriert und in die ursprüngliche Form gepresst. Zugegebenermaßen sehen die Speisen gerade für jüngere Leute nicht sehr appetitlich aus, so bietet diese Art der Zubereitung einige Vorteile. Die Menüs können individuell auf den Kunden abgestimmt werden. Wenn die Menge der aufgenommenen Nahrung sinkt, können die Mahlzeiten mit den benötigten Nährstoffen angereichert werden. Püree ist zudem leichter zu schlucken.











Bildquelle: http://bfff.co.uk/apetito-wins-queens-award-for-enterprise-for-the-second-time/

Die Speisen sind auf Grund ihrer Herstellung kostenintensiver als herkömmliche Gerichte. Vielleicht finden sich in Zukunft Möglichkeiten, die Kosten für die Hersteller zu senken. Gemeinschaftsgärten, betreut von Ehrenamtlichen bzw. Therapiegärten, die von den Bewohnern einer Einrichtung selbst bewirtschaftet werden, könnte einen Anreiz bieten. Immerhin würden die Kunden immer noch ihr eigenes Essen anbauen, das sie dann voller Stolz genießen könnten.

Quellen:



Infobroschüre „Demenz is(s)t anders von apetito

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