Freitag, 18. August 2017

20-2017:Wahlversprechen Pflege - CDU/ CSU

Die Bundestagswahl steht vor der Tür und alle Parteien geben wieder ihre Versprechen ab. Ob daraus allerdings nur Versprecher werden, wird sich erst in der nächsten Legislaturperiode zeigen. Für den Bereich der Pflege möchten wir Ihnen wieder einmal einen kurzen Einblick in die Programme der Parteien geben. Allerdings mit einer Einschränkung, wir betrachten „nur“ den Teil der Pflege.

CDU/CSU – Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.

Kurz & bündig:

1.   Patienten sollen eine individuellere Versorgung bekommen
2.   Gesundheitsberufe sollen stärker vernetzt werden
3.  die bisherigen Verbesserungen in der Pflege sollen ausgebaut werden
4.  Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte sollen verbessert werden
5.  Reform der Pflegeversicherung war ein voller Erfolg und soll weiter vorangetrieben werden
6.  Stärkung der ambulanten Pflege
7. Schutz der verpflichteten Angehörigen im Pflegefall – Rückgriff erst ab Einkommen ab 100.000,-€
8. den Menschen in den Mittelpunkt setzen – Hospiz und Palliativpflege

Was ist davon zu halten?

1. Eine individuelle Versorgung ist wirklich wünschenswert. Sicherlich werden hier und da individuelle Leistungen angeboten, aber meistens sind private Zuzahlungen zu leisten. Zudem ist der Ärztemangel, allem voran in ländlichen Gegenden, deutlich spürbar.

2. Vernetzung ist immer so eine Sache. Medizinische Daten, die Ärzte vollständig abrufen können, erleichtern deutlich ihre Arbeit. Eine komplette Übersicht aller medizinischen Befunde verbessert die Möglichkeit für Ärzte und Pflegepersonal, dass eine gute medizinische Behandlung erfolgen kann. In Sachen Datenschutz versprechen CDU/CSU zudem eine digitale Sicherheit, die nicht gewährleistet werden kann. Mit der Digitalisierung ist der Mensch nun einmal gläsern geworden.

3. Die Reform der Umwandlung von Pflegestufen in Pflegegrade ermöglicht potenziell mehr Bedürftigen die ihnen zustehenden Leistungen abzurufen. Dies kommt vor allem demenziell Erkrankten zu Gute. Allerdings weiß jeder, der schon einmal einen Pflegegrad beantragt hat, welch eine Prozedur vor einem liegt.

4. Ja, es gibt auch Ausbeutung in den sozialen Berufen und ja, nicht alles ist rosig. Das größte Manko ist die oftmals schlechte Bezahlung, gerade im Bereich der privaten ambulanten Pflege. Liebe CDU/CSU, viele Arbeitgeber würden gerne mehr bezahlen und in bessere Ausrüstung investieren, aber dies hängt klar von den Pflegekassen ab!

5. Ob die Reform ein solch immenser Erfolg wie angepriesen wird, wird sich noch zeigen müssen. Wir bleiben optimistisch.

6. Liebend gern, aber bitte erhöht auch das Budget für Ärzte, damit diese ambulante Maßnahmen stärker unterstützen können.

7. Eine gute Idee, Fürsorge sollte nie ein Grund für finanziellen Ruin für sich und die Familie sein. Ob diese Einkommensgrenze genügt, muss sich zeigen.

8. Die Hospiz und Palliativpflege wird in den kommenden Jahren vermehrt in Anspruch genommen werden. Leider haben wir kaum ausgebildete Fachkräfte für jene welche „normal“ gepflegt werden, geschweige denn für die Menschen, welche dem Tod näher sind als dem Leben. Der körperliche und psychische Druck der Sterbebegleitung ist nicht zu unterschätzen und benötigt eine ganz neue Lebens- und Arbeitsstruktur. Es wird nicht reichen, einfach etwas mehr Geld zur Verfügung zu stellen.




Quelle:



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