Sonntag, 20. August 2017

21-2017: Wahlversprechen Pflege - SPD

Die Bundestagswahl steht vor der Tür und alle Parteien geben wieder ihre Versprechen ab. Ob daraus allerdings nur Versprecher werden, wird sich erst in der nächsten Legislaturperiode zeigen. Für den Bereich der Pflege möchten wir Ihnen wieder einmal einen kurzen Einblick in die Programme der Parteien geben. Allerdings mit einer Einschränkung, wir betrachten „nur“ den Teil der Pflege.

SPD – Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit: Zukunft sichern, Europa stärken.

Kurz & bündig:

1.    Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Schule und Pflege)
2.    Aufrechterhaltung des selbstbestimmten Lebens
3.    lebenswerte uns sichere Quartiere für alle Personen
4.   vernetzte Angebote für Gesundheit, Pflege und
      haushaltsnahe Dienstleistungen
5.    Stärkung des Umbaus von barrierefreiem Wohnraum
6.    Familienarbeitszeit für Pflegende
7.   Verbesserung der bereits zur Verfügung stehenden Pflegeangebote
8.    Ausbau der Unterstützung für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Was ist davon zu halten?

1. Es scheint, als hätte die SPD einen lichten Moment. Ja, Familie und Beruf müssen vereinbar sein. Auf die arbeitende Bevölkerung kommen enorme Herausforderungen zu. Kinder müssen gezeugt und großgezogen werden, die pflegebedürftigen Eltern rufen aber auch nach Aufmerksamkeit. Dann muss noch Geld verdient und alle Ausgaben gedeckt werden. Damit man selbst weiterhin aktiv am Leben teilhaben kann, sollte sich grundsätzlich etwas ändern. Der Grundgedanke des Quartiers wird bereits angesprochen.

2. Die Aufrechterhaltung des selbstbestimmten Lebens sollte grundsätzlich und selbstverständlich sein.

3. Der Begriff Quartier wird von der SPD hier nur lapidar genannt, was genau damit gemeint sein soll, bleibt schwammig.

4.Vernetzte Angebote sollen die Zukunft sein? Gerne nur müssen Lösungen her wie Netzwerke einfach und effizient entstehen und arbeiten können. Gerade im Zeichen des Fachkräftemangels ist ein funktionierendes Netzwerk kaum noch wegzudenken. Untersuchungen müssten so z.B. nicht doppelt gemacht werden und alle in der Gesundheitskette können dem Menschen zielgerichteter helfen.

5. Guter Ansatz! Wir hoffen doch, ihr meint nicht „barrierefrei nach Gesetz“? Dies wäre nämlich ein echtes Armutszeugnis und für uns ist es leider die gelebte Realität. Oder wie kann man z.B. Rollstuhlfahrern erklären, dass mehrere Zentimeter hohe Schwellen und viel zu enge Türen noch als barrierefrei gelten?

6. Ähnlich dem Elterngeld soll eine Arbeitszeit für pflegende Angehörige eingeführt werden. Bereits jetzt herrscht Fachkräftemangel. Jeder, der verkürzt arbeiten geht und dafür Leistungen vom Staat erhält, überlässt die liegenbleibende Arbeit seinen Kollegen. Dies ist nicht unsere Sichtweise, sondern die harte Realität. Auch die Kollegen haben Familien, die von der Mehrarbeit betroffen sein könnten. Hier könnte die Entwicklung von richtigen Quartieren eine große Rolle spielen.

7. Noch einmal: Fachkräftemangel und die Frage: Wer bezahlt es am Ende?

8. Unterstützung in welcher Art? Fachlicher, geldlicher, zeitlicher?




Quelle:


https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Bundesparteitag_2017/Es_ist_Zeit_fuer_mehr_Gerechtigkeit-Unser_Regierungsprogramm.pdf

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