Mittwoch, 13. September 2017

25-2017: Wahlversprechen Pflege - FDP

Die Bundestagswahl steht vor der Tür und alle Parteien geben wieder ihre Versprechen ab. Ob daraus allerdings nur Versprecher werden, wird sich erst in der nächsten Legislaturperiode zeigen. Für den Bereich der Pflege möchten wir Ihnen wieder einmal einen kurzen Einblick in die Programme der Parteien geben. Allerdings mit einer Einschränkung, wir betrachten „nur“ den Teil der Pflege.

FDP – Schauen wir nicht länger zu.

Kurz & bündig:

1.  Stärkung der ambulanten Versorgung
2.  Abbau von Bürokratie und Dokumentation durch verstärkte IT Nutzung
3.  Wertschätzung der Gesellschaft für die Pflege erhöhen
4.  Ausbau von Palliativmedizin und Hospizwesen

Was ist davon zu halten?

1. Wie schon oft zuvor erwähnt, ist dies ein erster wichtiger Schritt, für ein selbstbestimmtes Leben zu Hause.

2. Wenn Bürokratie und Dokumentation abgebaut werden und die IT mehr zum Tragen kommt, bleibt automatisch mehr Zeit für die Pflegebedürftigen. So die Theorie. Liebe FDP, Bürokratieabbau ist grundsätzlich wünschenswert, aber was bitte schön soll dies mit dem Abbau der Dokumentation? Eine lückenlose Dokumentation kann Mauscheleien verhindern und dafür sorgen, dass der Pflegende die beste medizinische und pflegerische Betreuung erhält. Ein Qualitätsmanagementhandbuch wurde nicht ohne Grund ins Leben gerufen.


3. Es ist schön, dass ihr die gesellschaftliche Akzeptanz fordert, aber wer zahlt gerne noch mehr Sozialabgaben von seinem Lohn? Die Gesundheits- und Pflegebrache wird nämlich weitestgehend über solche finanziert. Eine generalisierte Grundausbildung wird abgelehnt? Jedoch genau an einer differenzierten Ausbildung hat das System Jahrzehnte lang gekrankt! Die Form, wie die Ausbildungsberufe der Kinder-, Kranken- und Altenpflege zusammengeworfen wurden, ist alles andere als schön und bedarf kräftig an Nachholbedarf. Was ist bitte falsch an einer grundsoliden Ausbildung mit anschließender Spezialisierung? In anderen Berufsfeldern funktioniert es schließlich auch. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle? Dann sollte auch bitte ein konkretes Konzept vorgelegt werden, denn gerade in Pflegebereich hören im mehr junge Mütter auf ihren erlernen Beruf auszuüben, da die Versorgung ihrer Kleinen nicht gewährleistet ist. Eine Verstärkung des Fachkräftemangels wird dadurch hervorragend gefördert.

4. Förderung klingt gut, nur konkret wie? Pflegeheime sind für die meisten kein Zuhause. Liebe FDP, fragt einmal bitte in eurem Bekanntenkreis nach, wer im Alter ins Heim möchte. Und bitte informiert euch über das bestehende Palliativsystem, denn gerade in der Ambulanz ist
Palliativpflege nicht im Ansatz optimal für die Versorgung ausgelegt. Wie häufig ist der Wunsch verbreitet, zu Hause in Ruhe „einschlafen“ zu können....



Quelle:
https://www.fdp.de/sites/default/files/uploads/2017/05/29/20170523-schauen-wir-nicht-langer-zu.pdf


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