Mittwoch, 22. November 2017

32-2017: Pflege als Belastung - Teil I

Wenn die Pflege zu einem „Problem“ wird... So oder so ähnlich klingend, existieren bereits nicht wenige Artikel zu einem Streitthema, vor allem im Jahr des Wahlkampfes. Oft heißt es, dass immer der Mensch im Mittelpunkt stehen soll und selten wissen Politiker, an welchen Stellen es wirklich brennt. Wir betrachten hierbei verschiedene Interessen, die alle beachtet und unter einen Hut gebracht werden müssen.


Als Pflegekraft ist man auf Tour, flitzt von einem Mandanten zum nächsten. Mal mehr, mal weniger schnell. Man wird teilweise an die physische und psychische Grenze der Belastung gebracht. Außerdem sind viele Pflegekräfte fast täglich bei einem Klienten vor Ort zu Hause und können sich ein detailliertes Bild von einer Person machen. Die Beobachtungen können zum Beispiel Ärzten und anderen im Gesundheitswesen hilfreiche Informationen liefern, damit eine zielgerichtete Behandlung erfolgen kann. Die Kommunikation ist jedoch häufig nicht von Praxen erwünscht.

Die Krankenkassen erhalten Unmengen an Sozialabgaben. Großzügigkeit jener ist aber leider keine der Eigenschaften. Sie lieber Leser, werden aber spätestens bei einem Antrag auf Hilfsmittel sehen, wie viel Sie Ihrer Krankenkasse wirklich wert sind. Und das bei kleinen und Kleinstbeträgen.

Als Arbeitgeber ist eine gute Planung für qualifiziertes und ausreichend Personal unerlässlich. Um dies auch nachhaltig umzusetzen, wäre es schon hilfreich, wenn die Krankenkassen sich nicht erst Jahre danach entscheiden, doch einmal eine Kleine Erhöhung der Leistungen zuzulassen. Nicht selten muss vor Gericht eingeklagt werden, was per Gesetz feststeht. Arbeitszeit kostet und ohne verlässliche Vertragspartner, welche die Krankenkassen sein sollten, kann nicht Leistungsgerecht vergütet werden.

Als Mandant möchte man die vielen gezahlten Beiträge, die man teilweise sein ganzes Leben gezahlt hat, auch richtig abrufen. Dann kommt eins zum anderen. Hilfsmittel werden abgelehnt, der Pflegegrad nicht anerkannt und der Pflegedienst möchte auf einmal Bares. Dabei braucht man doch nur etwas Unterstützung im Alltag und das ein oder andere offene Ohr.

Als Angehöriger sollen die Eltern unterstützt werden, während gleichzeitig die eigene Familie Aufmerksamkeit braucht. Geld muss verdient und Zeit freigeschaufelt werden, um gleichermaßen ein paar Stunden mit Kindern und Eltern verbringen zu können.

Die Forderung nach mehr Entlohnung und Individualisierung ist kein Problemlöser für den Beruf in der Pflege. Viel Geld auszuschütten bekämpft nicht die Symptome, sondern stopft nur vorübergehend die Löcher. Die Probleme mit denen der Pflegesektor zu kämpfen hat, sind viel tiefgreifender. Kernthemen sind Vernetzung und Digitalisierung. Wir wollen in einer kleinen Themenserie zeigen, wie Lösungen aussehen könnten. Es sind erste Ideen, die selbst in ihrer Umsetzung einem ständigen Wandel unterworfen sind und sich an die Gesellschaft anpassen müssen.

Ein kleines Beispiel: Die Anzahl der zu versorgenden Patienten nimmt zu, gleichzeitig wird es weniger Pflegekräfte geben. Gerade in der ambulanten Pflege vergeuden Pflegekräfte oft viel Zeit mit einer Parkplatzsuche. Die Zeit wird bald nicht mehr vorhanden sein. Gerade ich großen Städten könnten bald separate Parkplätze ein Muss werden oder andere Maßnahmen.


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