Montag, 22. Januar 2018

01-2018: App hilft Demenzforschung

Zunächst ein Blick in die Geschichte Deutschlands. Wäschewaschen am Fluss, es gab nur das kalte Wasser und die eigene Muskelkraft. Wie schön muss es gewesen sein, als die ersten Waschmaschinen aufkamen, elektrische Bügeleisen zum Standard gehörten und man aufhörte, die Wohnung auszukehren, immerhin gab es Staubsauger. Im Kerzenschein konnte gesessen werden, wenn es selbst gewollt war, denn die Glühbirne brachte stärkeres Licht in die Wohnzimmer. Um nicht zu weit abzuschweifen: Die Technik revolutionierte unser Verständnis vom Wohnen grundlegend.

Videospiele erfahren eine breitere Zustimmung, vor allem weil viele Menschen bereits mit Ihnen aufwachsen bzw. aufgewachsen sind. Sie können Fluch und Segen zugleich sein. Sie können Zeitfresser sein und uns von wichtigen Dingen abhalten. Ähnlich wie Bücher helfen sie aber auch, in fremde Welten einzutauchen, nicht nur Zuschauer bei Filmen zu sein, sondern die Handlung selbst zu bestimmen. Sie fordern und fördern uns, sie helfen uns über unsere Grenzen hinauszuwachsen, selbst wenn ein Außenstehender einen völlig anderen Eindruck haben sollte. Denn Fortschritte werden selten öffentlich präsentiert, denn diese sind digital und nicht handfest vorzuzeigen. Oder vielleicht doch?

Was ist, wenn eine einzige App die Demenzforschung um Jahrzehnte voranbringen kann? Durch die Digitalisierung wird die Welt zum Dorf. Nachrichten werden in Sekundenschnelle übertragen und Computer helfen die daraus gewonnen Erkenntnisse zu filtern und aufzubereiten. Wie im Artikel von N-TV beschrieben, hilft die App „Sea Hero Quest“ den Entwicklern und Forschern enorm bei ihrer Arbeit. Es gilt Rätsel zu lösen, Geschicklichkeit zu demonstrieren, sich zu erinnern und vor allem Spaß an der Sache zu haben. Laut den Forschern ersetzen 100.000 Menschen, die das Spiel zwei Minuten gleichzeitig spielen, ca. 50 Jahre Forschungsarbeit. Diese müsste nämlich in Laboren erarbeitet werden und klinische Studien kosten unheimlich viel Geld und Zeit. Die Spieler selbst bleiben dabei so anonym, wie man in der digitalen Welt sein kann.


Diese Art der Forschung birgt Risiken und Chancen, wie viele andere Forschungen eben auch. Am Ende wird die Frage stehen, was wir eigentlich wollen: Die Risiken als zu hoch einschätzen, denn in der digitalen Welt ist man nie wirklich anonym oder es als Chance verstehen, egal ob nur für uns selbst oder für die Forschung. Zumindest klingt die angesprochene App spaßig und bei all dem Ernst im Leben, kann etwas Spaß und Ablenkung nicht schaden.


Quelle:


http://www.n-tv.de/wissen/Spielen-gegen-das-Vergessen-article17946536.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen